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Angst in Deutschland vor der "gelben Gefahr"?




"Eine neue Topografie von Macht und Reichtum ist zu erkennen, die für Millionen im Westen wenig Gutes verheißt: Asiens Aufstieg ist ihr Abstieg.

Die Zukunft scheint vielen Deutschen mittlerweile eine einzigartige Ansammlung von Bedrohungen - des eigenen Jobs, der Familie, der persönlichen Existenz.

Die zur Routine gewordene Kürzung von Lohn und Zulagen verbreiten Angst auch unter denen, die bisher von alledem verschont blieben.

Die Industrialisierung, die im Europa des 18. Jahrhunderts begann, schuf die Grundlage für einen Kapitalismus, der den Westen zu den Sternen trug. Eine atemberaubende Aufwärtsbewegung begann, die erst Europa und schließlich die USA von der übrigen Welt entkoppelte.

Inder und Chinesen, die bis zum Jahr 1500 mit ihrem Pro-Kopf-Einkommen fast gleichauf mit Westeuropa gelegen hatten, waren die großen Verlierer im Wettlauf um den Wohlstand. Das Wissen explodierte, aber nicht bei ihnen. Die Wirtschaft entfaltete sich, aber fernab ihrer Breitengrade. Die Menschheit war geteilt in technologische Habenichtse und die Besitzer der neuen Wunderwerkzeuge.

Die Globalisierungsbefürworter glauben, sie könnten mit Hilfe eines weltweiten Kapitalmarkts gefahrlos ihre Absatzgebiete erweitern. Die Antreiber des Prozesses, so denken viele, seien automatisch auch die Gewinner. Die Globalisierungsgegner sehen mit den gleichen Augen auf die Welt, nur durch eine anders gefärbte Brille. Die internationale Wirtschaftsverflechtung bedeutet für sie noch immer Ausbeutung der Dritten Welt. Die Staaten des Westens zählten für sie per Naturgesetz zu den Profiteuren.

Die neue Stärke der Asiaten führt zur Schwächung des Westens.

Der Kalte Krieg einte den Westen. Länder verschiedenster Herkunft wurden zusammengeschweißt, erst im Geiste und dann in der Nato.

Milliarden Menschen, im Grunde die gesamte arbeitsfähige Bevölkerung aus China, der Sowjetunion, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, der DDR, Jugoslawien und Indien, waren als Wettbewerber auf den Güter-märkten und Teilnehmer auf den Arbeitsmärkten weitestgehend nicht existent. Sie lebten und arbeiteten, aber in einer anderen, uns fremden Galaxie.

Selbst die westlichen Länder mit Exportüberschüssen gehören nicht mehr zwangsläufig zu den Siegern des Welthandels.

Der Preis für den im Ausland errungenen Titel des Export-Vizeweltmeisters wird im Inland entrichtet. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit und der Abbau inländischer Beschäftigung sind die zwei Seiten einer Medaille.

Der Kapitalist geht nun einmal dahin, wo die Verzinsung seines Kapitals am höchsten ausfällt. Er baut eine Fabrik unter Palmen oder treibt einen Stollen ins ewige Eis; Hauptsache, am Ende des Jahres ist mehr Geld in der Kasse als zu seinem Beginn.

Das wichtigste Ziel des Kapitals ist es, sich zu vermehren. Wenn es das Gegenteil täte, wäre niemandem geholfen, auch nicht den Arbeitnehmern. Meist verschwinden mit dem Kapital auch die Arbeitsplätze.

Die bürgerliche Gesellschaft sorgte für einen zivilisierten Umgang zwischen Arbeitnehmer und Fabrikant, so dass beide nach all den wüsten Jahrzehnten von Ausbeutung und Klassenkampf deutlich näher zueinander rückten.

Das westliche Kapital hielt sich in großer Entfernung zu den Armuts-Galaxien auf.

Dieser Graben zwischen dem Westen und dem Rest der Welt ist mittlerweile zugeschüttet.

Ein Weltarbeitsmarkt entstand, der sich täglich ausweitet und das Leben und Arbeiten von Milliar-den Menschen spürbar verändert.

Zum ersten Mal in der Geschichte hat sich ein weitgehend einheitliches Wirtschaftssystem herausgebildet, das ausnahmslos alle Produktionsfak-toren umfasst: Kapital, Rohstoffe und die menschliche Arbeitskraft werden heute gehandelt wie früher nur Silber und Seide.

Eine wahre Arbeiterinflation ist in Gang gekommen, denn dieser Angebotserweiterung steht keine auch nur annähernd vergleichbare Nachfrage gegenüber.

Die westlichen Unternehmer können ihr Glück kaum fassen. Die Regierungen rollen ihnen den roten Teppich aus, und auch ihr alter Gegenspieler, die Arbeiterklasse, macht höflich den Diener. Eine derart üppige Auswahl an willigen und billigen Arbeitern besaßen die Unternehmen noch nie. An jeder Ecke pfeift man ihnen hinterher.

Die Löhne und damit auch die Lebensstandards der einfachen Arbeiter bewegen sich aufeinander zu. Ausgerechnet das Kapital sorgt dafür, dass die alte linke Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit nun weltweit durchgesetzt wird.

Auf eine schnelle Anhebung der Einkommen in Fernost oder Osteuropa sollte niemand setzen.

Wer in Europa und Amerika seine Lohnhöhe mit nicht mehr begründen kann als dem Tarifvertrag, den teuren Lebensumständen und der westlichen Tradition des Ausgleichs zwischen Kapital und Arbeit, hat künftig keine Chancen, sich durchzusetzen.

Die Alternative für Deutsche, Franzosen und Amerikaner lautet heute nicht Hochlohn oder Billiglohn. Die Alternative für Millionen Menschen in einfachen industriellen Berufen lautet Billiglohn oder gar kein Lohn.

Die Integration von Millionen Menschen in Asien geht einher mit der Desintegration von Millionen im Westen. Die Arbeitnehmer der Abschiedsgesellschaften und die Beschäftigten der Angreiferstaaten ergänzen sich nicht, sie ersetzen einander.

Die Menschen überall in Europa verdanken es dem süßen Stoff der Banken, den wir gemeinhin Kredit nennen, dass sie nicht spüren, wie es um sie und ihr Gemeinwesen bestellt ist. ... Der Volksmund spricht von Panikblüte.

Vor allem einer drängt geradezu penetrant auf günstige Preise: der Kunde. In freien Märkten mit freien Konsumenten wird den sozialen Marktwirtschaften der entscheidende Dolchstoß heute von seinen Freunden versetzt.

Wo auch immer ihr politisches Herz schlägt, links oder rechts, kaum dass die Kunden den Supermarkt oder das Kaufhaus betreten, sind sie nicht bereit, einen Sozialaufschlag zu zahlen.

Der normale Käufer bei Karstadt, Metro und Lidl ist ein regelrechter Globalisierungsfanatiker, der Preis und Leistung vergleicht, aber nicht Nationen und ihre so-zialen Sicherungssysteme.

Mit jedem Kauf eines fernöstlichen Produkts erteilen die Käufer dem heimischen Sozialstaat und seinen Lieferbedingungen eine Absage. Wenn ihnen keiner in die Arme fällt, vernichten sie mit ihrer Kaufentscheidung kühlen Herzens die heimische Industrie.

Noch immer besitzen 75 Prozent der Weltbevölkerung keine Arbeitslosenversicherung, was ihnen persönlich zum Nachteil, ihren Produkten aber zum Vorteil gereicht. Das Risiko von Krankheit, Armut und Alter tragen sie selbst und eben nicht die Produkte, die sie herstellen. Im Westen ist es umgekehrt.

das Recht ist in den Produktionshallen der Billigkonkurrenz nicht der Freund der Beschäftigten. Sie dürfen arbeiten, aber nicht protestieren. Ihr Lohn wird festgesetzt, nicht verhandelt. Soziale Absicherung bietet die Familie, nicht die Firma.

Der Staat spielt bei der Neuverteilung von Reichtum und Macht eine wichtige, vielleicht sogar die entscheidende Rolle. Im Westen sorgt er dafür, dass der produktive Kern der Volkswirtschaft Teile seiner Energie für die gesamte Gesellschaft bereitstellt.

Der Sozialstaat ist die Relaisstation für das Umleiten von Geldern aus der Sphäre der Produktion in jene Zonen des Landes, in denen ausschließlich konsumiert wird.

Wichtig ist an dieser Stelle, die Rolle des westlichen Staats zu verstehen: Er sorgt dafür, dass die Sphäre der Produktion mit der Sphäre des Unproduktiven verbunden ist, der Kapitalismus und der Wohlfahrtsstaat bedingen einander.

Der Staat in China hat eine deutlich andere Funktion. Er schiebt sich wie eine feuerfeste Schicht zwischen Kern und Kruste und sorgt dafür, dass nichts aus dem glühenden Innern in die Randzonen entweicht.

Mit dem Rückzug der Staatsindustrie ging ein Abschied aus der sozialen Sicherung einher, für den Karl Marx nichts als Verachtung übriggehabt hätte. In der Privatwirtschaft blieben die sozialen Sicherungen von Anfang an rausgeschraubt. Die sozialen Verpflichtungen übernahm die Familie - oder niemand.

Seit den wilden Zeiten der industriellen Revolution hat es einen derart urwüchsigen Kapitalismus nicht mehr gegeben, der alles andere zur Seite schiebt, zur Not eben auch das Recht der Kinder auf Kindheit und der Gesunden auf Unversehrtheit.

Die Kommunisten in China sind keine Kommunisten mehr, wie wir sie noch aus Moskau in Erinnerung haben. Sie sind Nationalisten, die ihr Land nach jahrzehnte-langer Irrfahrt in die Spitzengruppe der wohlhabenden Staaten steuern wollen.

Einzelne Teile des Landes haben sich in eine Sonderwirtschaftszone verwandelt, die dem einzigen Zweck dient, Profit in seiner reinsten, nahezu kristallinen Form entstehen zu lassen.

Es ist der Staat, der dafür sorgt, dass Arbeitslose und mittellose Landarbeiter nach und nach in den Prozess der Produktion eingegliedert werden. Was wie ein Widerspruch klingt, ist keiner: Der Staat sorgt dafür, indem er sich um niemanden kümmert. Seine Vermittlungsleistung ist der Zwang der Verhältnisse.

Selbst Arbeitslose sind nicht gleich Arbeitslose. Die westlichen Arbeitslosen sind die Kernenergie von gestern, die chinesischen Arbeitslosen sind die Ener-giereserve für morgen. Die einen belasten die Volkswirtschaft, weil sie Geld kosten. Die anderen nützen der Volkswirtschaft, weil mit Hilfe ihrer Anwesenheit die Löhne der anderen gedrückt werden.

Natürlich haben die nationalen Interessenvertreter, von den Gewerkschaften über die Parteien bis zur Handwerksinnung, im Zeitalter der Globalwirtschaft einen Bedeutungsverlust erlitten. Aber dieser ist keine Kapitulationsurkunde, die der Weltgeist ausgestellt hat.

die Interessen der Beschäftigten sind nicht weniger global als die des Kapitals. Sie müssen heute außerhalb und innerhalb des Nationalstaats vertreten werden und außerhalb seiner Grenzen deutlich raffinierter, als das bisher noch der Fall ist.

Wer Einfluss nehmen will auf den Preis der Ware Arbeitskraft und die Bedingungen, unter denen sie antritt, muss seine Methoden den neuen Möglichkeiten anpassen. Er muss sich vom Tarif- zum Handelspolitiker entwickeln.

„Managed trade" nennen die Amerika-ner diesen Denkansatz, gestalteter Handel, was nicht zu verwechseln ist mit Protektionismus.

Der Staat als Manager des internationalen Handels ist kein rund-weg wohliger Gedanke.

Der Staat ist überall da, wo derzeit die rauschenden Erfolge gefeiert werden, der große Förderer und Beschützer der Exportindustrien.

Die Frage lautet ja nicht: Sollte weltweit der Freihandel beendet werden? Die Frage lautet vielmehr: Wann nimmt der Kontinent zur Kenntnis, dass es einen lupenreinen Freihandel nur im Denken europäischer Wirtschaftspolitiker gibt, nicht aber im wahren Leben der Staaten? Die Han-delskonditionen sind für China eine Frage der Nützlichkeit, nicht des Glaubens. Europa täte gut daran, hier für Waffengleich-heit zu sorgen.

Die internationale Handelspolitik gleicht nun mal einem Pokerspiel, wo der eine den anderen zu übertrumpfen versucht.

Die Europäer könnten schon beim Blick in den Rückspiegel erkennen, dass der Welthandel vom ersten Tag an nicht das friedliche System des Warenaustauschs war, als das es heute vielfach ausgegeben wird. Es herrschte ein archaisches Verdrängen und Vernichten von Anfang an.

Das militärische Ringen brach 1914 ja keineswegs aus heiterem Himmel los. Ihm war ein jahrzehntelanger Weltwirtschaftskrieg vorausgegangen. An jeder Straßenecke roch es nach Konflikt: Preiskrieg, Handelskrieg, Kolonialkrieg, Weltkrieg waren die Stichworte einer ganzen Epoche.

Die Lehre für die Nachgeborenen stand 1945 unverrückbar fest: Jenes System, das in seinen besten Tagen aus Geld mehr Geld entstehen lässt, bedarf einer gutgeölten politischen Regelungstechnik. Fehlt oder versagt sie, bricht der Geldkreislauf und überhaupt jedes vernünftige Wirtschaften zusammen. Das weitverzweigte Leitungssystem des Welthandels läuft heiß und ex-plodiert, wenn die Machtfragen alles andere beiseitedrängen. Die Welt gehört dann den Militärs, die Kaufleute sind bestenfalls noch als Finanziers der Völker-schlacht gefragt.

Solange der Westen nicht in der Lage ist, seine Wünsche mit Drohungen und seine Drohungen mit Konsequenzen zu kombinieren, wird er keine Erfolge haben.

50 Jahre lang wurde es von vielen bestritten, heute weiß es jedes Kind: Ohne die Nato gäbe es kein freies Europa. Hätte das westliche Verteidigungsbündnis nicht mit großer Entschlossenheit immer wieder seine Kampfbomber und Panzerdivisionen vorgezeigt, modernisiert und sie zuweilen auch aufgestockt, wäre der Sowjetkommunismus nicht implodiert, sondern in Pachtung Westen gezogen.

Das Edelste wurde gerade dadurch verteidigt, dass man zum Grausamsten bereit war. Die Friedenstaube überlebte, weil oben auf der Zinne der Falke saß.

Der Weltkrieg um Wohlstand verlangt eine andere, aber nicht minder widersprüchliche Antwort. Und wieder fehlt vielen die Phantasie, sich vorzustellen, dass das Gegenüber anderen als friedlichen Zielen nachhängt.

Will der westliche Firmenchef nicht an jedem Handelstag als Verlierer vom Platz gehen, muss auch er seine Betriebsräte domestizieren, seine Umweltgesetze lockern und die soziale Absicherung stückweise wieder an die Familie oder den Ein-zelnen zurücküberweisen.

Was die Nato im Zeitalter militärischer Bedrohung für den Westen bedeutete, könnte im Angesicht der ökonomischen Herausforderung eine transatlantische Frei-handelszone leisten.

Die im Kalten Krieg bewährte Waffenbrüderschaft könnte im Weltwirtschaftskrieg fortgesetzt werden, wobei das Ziel, Freiheitserhalt und Wohlstandsmehrung, das alte bliebe und nur das Instrument sich verändert hätte.

Der ökonomische Nutzen der Veranstaltung liegt auf der Hand. Der Westen würde vor allem zurückgewinnen, was er zumindest teilweise schon verloren hat: die Kraft, technische Standards zu setzen; wobei „setzen" in der Weltwirtschaft von heute „durchsetzen" meint. Die Produktionsbedingungen, also der Umgang von Arbeit und Kapital miteinander, würden nicht mehr nur von außen diktiert, sondern von innen gestaltet.

Länder, die in ihren Grenzen keine freien Gewerkschaften dulden, die Frauen und Kinder genauso ausbeuten wie die Natur, würden nicht länger mit Zollpräferenz verwöhnt.

Die Freihandelszone wäre nach innen eine Freiheitszone, die ihren Bewohnern Mut macht, und nach außen wäre sie eine Festung.

Der Gedanke eines selbstbewussten und daher wehrhaften Westens ..."

聖人不仁

Last edited by jaemi; 11-05-2006 at 06:31 PM.
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Echt nicht? Wie schade!

Lieber stehend sterben als kniend leben!


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machst du böses propaganda?
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hab keine angst, katinka, wir haben nicht vor, dein land zu erobern und die frauen zu schänden
ich widerrufe meine bisherige aussage, liebedtfrauen hat offensichtlich vor, deutsche frauen zu schänden ...
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Old 06-17-2008, 08:52 PM
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du spinnst ja wohl, meine verlobte ist aus München wie kommste darauf deutsche Frauen zu schänden?

du hast ja nicht alle im Schrank ! gehe zum PSychiater mann!
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